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Politikwissenschaftliche referatE und diskussion

 

 

Vorträge im Wintersemester 2009/2010:

 

Die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen:

Wie der Kapitalismus das Klima versaut und worum die Staaten sich streiten

Datum____Dienstag, 15.12.2009

Zeit______18.00 Uhr

Ort_______Hörsaal 1a_Silberlaube FU Berlin, U­Bhf. Dahlem­Dorf, Habelschwerdter Allee 45
Referent___Dr. Rolf Röhrig

Seit Jahrzehnten rechnen Wissenschaftler vor, dass die zunehmende Erderwärmung durch Treibhausgase verheerende Folgen zeitigen wird. Dürren hier und Überschwemmungen dort machen das Leben von Abermillionen auf dem Globus auf neue Weise zu einer unsicheren Sache. Als Ursache dafür gilt in der Öffentlichkeit gemeinhin nicht das weltumspannende kapitalistische Wachstum, das seit jeher die Atmosphäre als kostenlose Müllkippe für seine diversen Emissionen nutzt, sondern der Mensch.

Die Staaten, die auf ihrem Standort das Wachstum des Kapitals wollen und befördern, hat das alles nie beeindruckt. Erst eine nationale Bilanz eigener Art hat sie hellhörig gemacht. Der Klimawandel ist womöglich teuer und trägt allein Deutschland bis 2050 an die 330 Milliarden Verluste ein. Während sich der Mensch mit der Rolle des Verursachers bescheiden muss, darf also das Geschäft als prominentes Opfer des Klimawandels aufmarschieren, den es selbst herbeiführt.

Seitdem tobt ein erbitterter Streit in der Staatenwelt um die Frage, wer wem Klimaziele und moderne Technologie wie Windräder oder Solarzellen aufherrschen kann, die die eigene Konkurrenzposition im Weltgeschäft nicht schmälern, sondern befördern, auf Kosten der anderen eben. Gleichzeitig betreiben selbsternannte Klimapäpste wie Bundeskanzlerin Merkel eine Energiepolitik, bei der brandgefährliche Atommeiler und gewaltige Dreckschleudern wie neue Braunkohlekraftwerke bequem Platz finden zwischen den ökologischen Windrädern. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass unter dem Firmenschild „Klimaschutz“ ein etwas anderes Projekt verfolgt wird als die Rettung des blauen Planeten vor den eigenen Emissionen. Die fossilen Energieträger sind nämlich nicht nur endlich, sondern durch die neue Weltlage seit dem amerikanischen Antiterrorkrieg endgültig unsicher geworden. Energie ist der universelle Schmierstoff der kapitalistischen Ökonomien und deswegen unter den Staaten ein Streitgegenstand, der sogar das Zeug zum Kriegsgrund hat. Eine weltkrisenfeste Energiebasis der Nation muss also her, natürlich im Namen des weltweiten Klimawandels und der betroffenen Menschheit.

Insofern täuscht sich der Protest gegen den Klimagipfel, der der großen Politik Verantwortungslosigkeit in Klimafragen vorhält und sie so an ihre eigentlichen Pflichten erinnern will. Der Staat erlegt zwar täglich anderen Pflichten auf, vom Autofahrer bis zum Hartz IV-Empfänger, steht aber selbst nicht in der Pflicht. Schon gar nicht gegenüber bloß eingebildeten Menschheitszielen auf der politischen Agenda wie dem Klimaschutz.

 

 

 Alle Vorträge findet ihr hier zum runterladen.

 

 

 

 

 

 

Leseempfehlungen:

 

PROF DR. FREERK HUISKEN (Oktober 2006):

Über die Unregierbarkeit des Schulvolks. Rütli-Schulen, Erfurt usw.

Kurztext: Texte zum Thema "Jugendgewalt" und zu den "Restschulen", neuerdings "Rütli-Schulen" genannt. Huisken verdeutlicht Zusammenhänge, die gerne ausgeblendet werden: Die Unregierbarkeit von Schülern, Schulklassen und ganzen Schulbelegschaften ist das unerwünschte Produkt sehr erwünschter Schul-, Sozial- und Ausländerpolitik.

Einleitung: Schulen machen Schlagzeilen, weil Lehrer immer wieder mit dem Schulvolk nicht fertig werden. Da sind zum einen die Haupt- und Realschulen, in denen die Schulverlierer aufbewahrt werden, die auf Unterricht und Schulordnung pfeifen, weil sie ohnehin keine "Perspektive" mehr haben. Auf die Lüge, der Schulabschluss sei der Weg ins Berufsleben, fallen die inländischen und vor allem die Schüler mit "Migrationshintergrund" nicht mehr herein. Wie auch wo sie frühzeitig auf Hartz-IV festgelegt sind, wo sie wegen "fremder Kultur" in Ghettos abgeschoben werden, wo Kinder zur Last werden, weil die Eltern von Arbeitslosigkeit und Abschiebung bedroht sind.

Wenn Schüler in dieser Lage die Schulen in einen "Jahrmarkt ihrer Eitelkeiten" umfunktionieren, zeigen sie nur, wie gut sie bereits all jene geistigen Techniken gelernt haben, die ihnen zur Bewältigung des bürgerlichen Alltags beigebracht werden. Frühzeitig zum "sozialen Ausschuss" degradiert, setzen sie diese nach ihren eigenen Spielregeln ein, und leben an Mitschülern ihren unverwüstlichen Anerkennungswahn und Selbstbewusstseinskult aus.

Und da sind zum anderen die "Gewalttäter" wie der R.S. aus Erfurt, die zeigen, dass die Höhere Bildung vor Massakern nicht schützt. Wenn Schüler von Lehrern kurz vor dem Abitur gefeuert werden, wenn sie sich deswegen ungerecht behandelt fühlen und ihr Recht, zu den "Besseren" zu gehören, mit Füßen getreten sehen, dann verwandeln sie schon mal eine Schule in ein blutiges "Feld der Ehre". Nachher darf dann die bestürzte Öffentlichkeit wehklagen, dass das mit der "Ehre" so nicht gemeint ist.

Infos zum Buch unter: http://www.vsa-verlag.de/vsa/. ISBN 3-89965-210-X

 

 

PROF DR. FREERK HUISKEN (Oktober 2005):

Der "PISA-Schock" und seine Bewältigung. Wieviel Dummheit braucht / verträgt die Republik?  

Die PISA-Studien haben in Deutschland für Aufregung gesorgt. Das miserable Abschneiden 15-jähriger Schülerinnen und Schüler galt und gilt als Blamage einer Nation, die sich nicht nur zu den gehobenen "Wissensgesellschaften" zählt, die sich nicht nur auf ihre Kultur und ihre Geistesleistungen einiges zu Gute hält, sondern die sich bisher auch eines Bildungswesens zu rühmen wusste, dessen Absolventen sich als überzeugte deutsche Demokraten, als "mündige Staatsbürger" fleißig der Rechte und Pflichten annahmen, die das Nachkriegsdeutschland für sie vorgesehen hatte.

Aus dem in den PISA-Studien festgestellten Abstieg aus der 1. Liga im Bildungsvergleich wurde das gleiche Schicksal für die deutsche Nationalökonomie abgeleitet. Denn über eines sind sich Öffentlichkeit, Politik und Fachwelt sehr einig: Bildung ist ein Wachstumsfaktor, eine Ressource für den Standort, ist Humankapital, mit dem "wir" unsere Rohstoffknappheit substituieren können und müssen. Eine klare Auskunft darüber, dass Wissenschaft und Bildung ganz im Dienste am Kapital aufzugehen haben.

Infos: http://www.vsa-verlag.de/books.php?kat=ap&isbn=3-89965-160-X

 

 

PROF DR. FREERK HUISKEN:

Zur Kritik Bremer „Hirnforschung“: Hirn determiniert Geist - Fehler, Funktion und Folgen. Bremen, 2005.

Huisken kritisiert die (Bremer) Hirnforschung anhand grundlegender Resultate der Forschung von Gerhard Roth. Er zeigt auf, in welche Widersprüche sich eine Theorie verwickelt, die Wille und Bewusstsein zu einer Einbildung des Naturdings Hirn erklärt, menschliches Verhalten als Ausfluss seiner anatomischen Voraussetzungen bespricht und versucht, gesellschaftliche Phänomene wie Erziehung und Kriminalität auf hirnorganische Besonderheiten zurückzuführen. Er beleuchtet dabei auch, welche gesellschaftliche Funktionalität dieser Theorie aktuell nicht trotz, sondern wegen ihrer Fehler zukommt.

Infos: bestellung@wissenschaftskritik.de

 

 

 

 

 

S o z i a l i n f o  2004:

Die SozialberaterInnen der HU Berlin haben mit dem Sozialreferat AStA FU ein umfassendes berlinweites Sozialinfo rausgebracht, in Zusammenarbeit mit dem AStA FU und dem RefRat HU. Die Broschüre mit Infos zu sozialen Fragen wie Beratungen, Miete, BAföG etc. liegt im AStA zum mitnehmen aus und ist sehr zu empfehlen.

 

 

 

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